Bielefeld. Gute Gesundheit muss bezahlbar sein und menschlich bleiben – mit diesem klaren Statement und einem Verweis auf die wichtige Rolle der evangelischen Krankenhäuser in diesem Zusammenhang endete am Mittwoch, 15. Juni, der 8. Valeo-Kongress in der Bielefelder Stadthalle. Unter dem Titel „Aufgeklärt und serviceorientiert – der Patient von morgen“ hatten namhafte Referenten wie MdB Jens Spahn, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, für eine Rekord-Teilnehmerzahl gesorgt: Rund 200 Führungskräfte aus dem Gesundheitswesen waren in die Stadthalle Bielefeld gekommen. Dorthin war der Valeo-Kongress wegen des großen Zuspruchs verlegt worden.
Erstmals nahmen daran nicht nur Führungskräfte des evangelischen Krankenhausverbundes, sondern auch niedergelassene Kooperationspartner, teil. Das Bielefelder Assapheum, der bisherige Veranstaltungsort, war bei der achten Auflage des Valeo-Kongresses somit endgültig an seine Grenzen gestoßen, der Umzug in die Stadthalle daher nur folgerichtig. Die Valeo-Geschäftsführer Jochen Brink und Manfred Witkowski zeigten sich hochzufrieden: „Der Valeo-Kongress hat sich als Meinungsforum für Entscheider im Gesundheitswesen fest etabliert. Damit entspricht er auch dem Gewicht, das der Valeo-Verbund in der Region besitzt.“
Im Mittelpunkt des Kongresses stand der aufgeklärte Patient von morgen. Was erwartet er? Sind wir auf seine Ansprüche und Erwartungen vorbereitet? Welchen Mehrwert bieten ihm evangelische Krankenhäuser? Diese Fragen beleuchteten die Referenten aus verschiedenen Blickwinkeln. Neben den Fachreferaten standen Diskussionen im Vordergrund. Viele Teilnehmer nutzten die Möglichkeit des Dialogs mit den Referenten.
Dr. h.c. Alfred Buß, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, beleuchtete die Rolle der Seelsorge als Bestandteil einer menschenorientierten Therapie. „Gute Medizin, gute Pflege und gute Seelsorge gehören zusammen“, betonte der Präses in seinem Eröffnungsbeitrag. MdB Jens Spahn stellte in klaren Worten die politischen Rahmenbedingungen und die Herausforderungen für die Parteien heraus. Unter anderem skizzierte er den Zusammenhang von Transparenz, Qualität und Akzeptanz im Gesundheitswesen. Eine Bestandsaufnahme zur Lage in den NRW-Krankenhäusern lieferte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft NRW, Matthias Blum. Auch die Kostenträger kamen zu Wort: Theo Barth, Abteilungsleiter „Stationäre Versorgung und Rehabilitation“ in der Hauptverwaltung der Barmer GEK, entwarf Leitlinien dafür, wie Gesundheit und Heilung für alle gesetzlichen Versicherten bezahlbar bleiben können. Über Qualitätsfaktoren in der Medizin referierte Dr. Steffen Krummbein, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Visceral- und Minimal-Invasive Chirurgie im Lukas-Krankenhaus Bünde. Krummbein ist auch Mitglied des medizinischen Beirats im Valeo-Klinikverbund. Die Sicht der Patienten auf die medizinische Versorgung und auf die für den Gesundungsprozess wichtigen „sanften Einflussfaktoren“ griffen die Gesundheits- und Krankenpfleger Susanne Musga und Dirk Böwer auf. Die Selbsthilfebeauftragte im Evangelischen Krankenhaus Lippstadt und der Pflegerische Abteilungsleiter in der Klinik für Hämatologie/Onkologie des Evangelischen Krankenhauses Hamm thematisierten auch die „Kraft der Selbsthilfe“.
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